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| Der weisse Hai: Abenteuer, Fakten, Faszination
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Kurzweilig!
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Erich Ritters hier vorliegende Werk über den Hai der Haie, eben den großen weissen Hai, ist sicherlich wertvoll und gelungen - allerdings fehlt dem Buch meiner Ansicht nach der letzte Schliff. Alle Erwartungen kann es nämlich leider nicht erfüllen.
Das Buch ist eine Sammlung von heiter geschriebenen Anekdoten rund um die Arbeit mit weissen Haien vor Gansbaai / Südafrika. Im Prinzip kann man es also mit Erich Ritters Werk "Das Lächeln Der Haie" vergleichen - schön und plastisch niedergeschriebene Erlebnisse, die dem Leser diese Tiere mal aus einer anderen Perspektive näher bringen.
Das Werk ist weiterhin reich bebildert. Die Fotos sind soweit gut, zeigen allerdings nichts, was man in anderen Werken nicht auch schon besser gesehen hätte. Mitunter sind die Bilder außerdem etwas unscharf.
Als Kritik muss ich anbringen, dass auch hier (wie schon beim Vorgänger "Haiunfälle") ein etwas gewöhnungsbedürftiger und mitunter holpriger Schreibstil auffällt. Außerdem sind manche Theorien äußerst gewagt - das Experiment der Autoren mit Telepathie zur Bestimmung von Hainnäherungen ist schon außergewöhnlich, aber durchaus interessant. Das diesem Experiment allerdings auf Seite 48 die Behauptung vorangestellt wird, in der Wissenschaft würde Einigkeit darüber herrschen, dass sich Tiere telepathisch veständigen (so erklären sich die Autoren Schwarmverhalten) ist allerdings definitiv Blödsinn, und Statements wie das oben zitierte lassen ein bischen an der Qualifikation der Autoren zweifeln... Das Schwarmverhalten ist sicherlich ein komplexes Thema, die gängigen Theorien kommen allerdings samt und sonders ohne übersinnliche Kräfte wie Telepathie aus... was die Autoren definitiv wissen müssten!
Eine andere Sache, die mich etwas stört ist Erich Ritters wohlbekannter Hang zur Selbstdarstellung - aber den ist man ja mittlerweile insoweit gewohnt, und ich denke, die meisten seiner Leser haben sich mit dieser Marotte abgefunden. Mir persönlich würde es gefallen, wenn Ritter etwas nüchterner und distanzierter schreiben würde, aber wie gesagt, sein Stil ist nunmal deutlich egozentrischer... auch wenn es von Buch zu Buch etwas besser wird, und letztlich gibt dieser Stil unbestreitbar Erich Ritter's Schreibe eine persönlich Note.
Von derartigen Kritikpunkten abgesehen ist "Der Weisse Hai" sicherlich ein rundrum empfehlenswertes Buch geworden - wer einmal Anekdoten über die Arbeit mit diesen faszinierenden Meeresräubern lesen möchte wird zumindest auf dem deutschen Markt nichts vergleichbares finden.
Die beiden definitiven populärwissenschaftlichen Bücher über weisse Haie bleiben für mich allerdings nach wie vor das monumentale "Great White Shark" von Richard Ellis und John McCosker oder aber das extrem preisgünstige, sehr gut gemachte "Great White Shark Of South Africa" von Peschak und Scholl. Angesichts dieser Bücher nimmt Ritter Anekdotensammlung für mich einen guten und respektablen dritten Platz ein.
Alles in allem kurzweilige Lektüre, die sicherlich einen wichtigen Teil dazu beitragen wird, den unverdient schlechten Ruf dieser großartigen Tiere zu verbessern.
Eine Rezension von Parsec >
vom 1. Juli 2008 | | |
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